SAXORUM, Sächsische Landeskunde, digital

Einführung

Dresden als Hauptstadt des Freistaats Sachsen wies vor 1933 eine große Zahl und Vielfalt an parteipolitischen und unabhängigen Tageszeitungen auf, die zudem nicht nur einmal am Tag, sondern mehrmals erschienen. Früh- und, Mittagsausgaben, „Frühabendblatt“ und Abendausgaben brachten die neu eingekommenen Nachrichten schnell zu Leserinnen und Lesern.  

Nach dem 1933 erfolgten Verbot der sozialdemokratischen und kommunistischen Zeitungen blieben lediglich die nationalsozialistischen und bürgerlichen Publikationsorgane bestehen. Im Zuge der kriegsbedingten Pressekonzentration wurden auch letztere fusioniert, so dass ab März 1943 in Dresden nur noch zwei Zeitungen erschienen, eine Morgen- und eine Nachmittagszeitung: „Der Freiheitskampf“ als nationalsozialistische Tageszeitung und die neugegründete „Dresdner Zeitung“. Die NS-Zeitung "Der Freiheitskampf" wird in einem Datenbankprojekt des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung (HAIT) erschlossen. Sie können dort nach Personen, Orten, Themen und Stichworten recherchieren.

Einen Überblick zur Presse in der Zeit des Nationalsozialismus bietet die Virtuelle Ausstellung der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) zum Thema unter https://ausstellungen.deutsche-digitale-bibliothek.de/ns-presse/. Sie zeigt, „wie die Nationalsozialisten die zuvor plurale Presselandschaft der Weimarer Republik durch Terror, Verbote und Kontrolle zu einem willfährigen Instrument ihrer Herrschaft machten“.

Digitalisierte Presseprodukte der Zeit über Dresden und Sachsen hinaus finden Sie im Zeitungsportal der DDB unter https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper.

Die Dresdner Tageszeitungen im Überblick

Die überparteiliche „Sächsische Staatszeitung“ erschien von 1914 bis zum 31. März 1932 und führte später den Zusatz „Staatsanzeiger für den Freistaat Sachsen“. Sie gab, ganz im Sinne ihrer Ausrichtung, eine gesonderte Landtagsbeilage zur Zeitung heraus. Ihr Vorgänger war das „Dresdner Journal. Königlich Sächsischer Staatsanzeiger“, der seit 1848 erschien.

Die „Dresdner Volks-Zeitung. Organ für die Interessen des gesamten werktätigen Volkes“ (1854 bis 1933) war die Tageszeitung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD). Die Zeitung wurde am 2. März 1933 im Zuge der „Gleichschaltung“ zunächst für eine Woche verboten, ebenso wie die Freiberger, Freitaler und Pirnaer Volkszeitung. Mit der Besetzung der Redaktionsräume der „Dresdner Volks-Zeitung“ durch SA-Leute am 8. März 1933 war eine Wiederaufnahme der publizistischen Tätigkeit unmöglich geworden.

Eine sächsische Besonderheit stellte die Tageszeitung „Der Volksstaat“ (1926 bis 1933) dar, die das publizistische Organ der Alten Sozialistischen/Sozialdemokratischen Partei Sachsens bildete. Diese rechtssozialdemokratische Partei war 1926 durch eine Abspaltung von der SPD aufgrund des Konflikts um die politische Ausrichtung in Sachsen entstanden. Zwar vereinigten sich beide Parteien 1932 wieder; die Zeitung erschien jedoch bis 1933 weiter.

Die Gauzeitung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), „Der Freiheitskampf“, erschien von 1930 bis zu ihrer letzten Ausgabe am 8. Mai 1945. Wie andere Parteiblätter auch hatte sie diverse Regionalausgaben.

Die „Arbeiterstimme“ (1925 bis 1933) existierte nicht als gesonderte Dresdner Tageszeitung, sondern war das publizistische Sprachrohr der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) für ganz Ostsachsen.

Neben der Parteipresse existierten weitere Tageszeitungen, die zwar parteiunabhängig waren, aber eine politische Ausrichtung besaßen: Konservativer Politik folgten die „Dresdner Nachrichten“ (1856 bis 1943), die 1933 damit warben, noch „die einzige Dresdner Zeitung mit Morgen- und Abendausgabe“ zu sein. Sie wurden 1943 mit dem „Freiheitskampf“ vereinigt.

Die „Dresdner Neuesten Nachrichten“ (erschienen 1903 bis 1943), die sich selbst als „unabhängiges Organ“ bezeichneten, waren linksliberaler Ausrichtung. Eher liberalkonservativ agierte die älteste Dresdner Tageszeitung, der „Dresdner Anzeiger“, der seit 1730 erschien. Beide, „Dresdner Neueste Nachrichten“ und der „Dresdner Anzeiger“ wurden im Zuge der Pressekonzentration zur „Dresdner Zeitung“ verschmolzen, die von 1943 bis 1945 herauskam.

Die Tageszeitung „Die sächsische Volkszeitung. Für christliche Kultur und Politik“ (1902 bis 1941) wurde im Dresdner Germania-Verlag erstellt. Sie charakterisierte sich von 1917 bis 1919 selbst als Organ der katholischen Zentrumspartei und stand die gesamte Zeit ihres Erscheinens dem Zentrum nahe. 

Dresdner historische Tageszeitungen digital

Zeitschriftentitel Digitalisate in den Digitalen Sammlungen der SLUB Eintrag in der Zeitschriftendatenbank ZDB mit Bestandsinformationen

Dresdner Nachrichten

erschienen bis: März 1943

https://digital.slub-dresden.de/id501434038

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=011382899

Dresdner Neueste Nachrichten

erschienen bis: März 1943

https://digital.slub-dresden.de/id490223001

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=010631992

Dresdner Volks-Zeitung

erschienen bis: März 1933

https://digital.slub-dresden.de/id416951805

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=016335643

Der Freiheitskampf

erschienen bis: Mai 1945

https://digital.slub-dresden.de/id417175655 (August 1930 bis Dezember 1932)

https://digital.slub-dresden.de/id417177860 (März 1932 bis Dezember 1934)

https://digital.slub-dresden.de/id417178867 (Januar 1935 bis Mai 1945)

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=016335643

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=016870352

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=019081146

Sächsische Staatszeitung

erschienen bis: März 1932

https://digital.slub-dresden.de/id480732469

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=016817796 

Sächsische Volkszeitung

erschienen bis: Mai 1941

https://digital.slub-dresden.de/id494508531

https://zdb-katalog.de/title.xhtml?idn=018559697

Weitere digitalisierte Regionalzeitungen finden Sie in den entsprechenden Kollektionen in den Digitalen Sammlungen der SLUB, im Portal Sachsen.digital und im Zeitungsportal der Deutschen Digitalen Bibliothek.

Literaturhinweise

Texte: Konstantin Hermann (SLUB), Zusammenstellung: Martin Munke (SLUB)

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